Sehr geehrte Kleingärtner, Siedler und Eigenheimer, liebe Gartenfreunde

Landesverband feiert Ehrenamtstag im Grünen

Geschäftsstelle öffnet Haus und Garten

Stuttgart, 27.07.2019: Von Natur umrahmt eröffnete Präsident Klaus Otto am Morgen den 11. Ehrenamtstag des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg und zugleich den 4. Tag der Offenen Geschäftsstelle. Gleich zu Beginn begrüßte er Ehrengäste, Geschäftspartner und Mitarbeiter und führte die Anwesenden in das Programm des Tages ein: ein Tag der Begegnung, ein Tag des Kennenlernens, ein Tag mit Vorträgen und Gartenführungen, ein Tag für Ratsuchende und vor allem ein Tag zum Feiern. Um 14:30 Uhr sollte dann besonders jenen Ehre zukommen, die sich über Jahre wenn nicht sogar Jahrzente im Ehrenamt verdient gemacht haben.

Die Wichtigkeit des Tags der Offenen Geschäftsstelle für den Verband lässt sich aus weiteren Worten der Begrüßungsrede erahnen, die sich auf das Schicksal des "Propheten im eigenen Lande" deuten lassen:

"Was tut der Landesverband eigentlich?! - Diese Frage bekommen wir auch heute trotz aller Informationen und Aktivitäten immer noch gestellt. Nutzen Sie deshalb die Zeit für Gespräche, schauen Sie sich um, suchen Sie die goldenen Türgriffe, Sie werden keine finden. Sie finden jedoch im Ehrenamt Tätige, die sich mit unseren hauptamtlichen Mitarbeitern um die Belange unserer Gartenfreunde kümmern. An den beiden Dienstfahrzeugen fehlt eigentlich nur noch das Blaulicht, um wie die Feuerwehr schneller zum Einsatzort der Vereine kommen zu können. Ihr Landesverband ist noch gut aufgestellt; die Leistungen für die angeschlossenen Mitglieder sind überragend; nur allen werden wir es nie recht machen können. Aber wir geben nicht auf."

In fröhlicher Stimmung schloss sich am Nachmittag die Ehrung der meist altgedienten Gartenfreunde und Ehrengäste an, deren Lebenswerk durch Lesung einer persönlichen Laudatio zumindest in Ausschnitten den Anwesenden eine leise Ahnung vermittelte, was in einem langen Leben ehrenamtlich geleistet wurde. Auch hier leitete Präsident Otto zuvor in einer Ansprache ein:

"Unsere Gesellschaft braucht das Ehrenamt - sie lebt auch vom Ehrenamt. Die Bürgergesellschaft sagt uns: Ja, wir leben in einer lebendigen und zukunftsfähigen Demokratie. Was engagierte Bürgerinnen und Bürger einbringen, freiwillig einbringen, das ist kein nettes Plus, es ist ein unverzichtbarer Bestanddteil unserer Bürgerkultur."

Zu den Geehrten gehören:
Erwin Marezki, Gerd Blankenhorn, Gerhard Tropp, Walter Franz, Christa Mittmann, Emil Hogh, Ewald Biber, Gerd Schneider, Gisela Fabricius, Hedwig Hörmann, Karl Rieger (nicht anwesend; Ehrung wurde an anderer Stelle nachgeholt), Peter Höner, Irmgard Schmidtke, Adolf Bausch, Volker Hein

Auch in diesem Jahr wird der Überschuss der Veranstaltung einer gemeinnützigen Organisation gespendet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Familien und Kindern in Not zu helfen.

 

ist das Motto der Fachberatung des Landesverbandes, wenn sie bei den jährlich stattfindenden Fachberaterereignissen zur Erkundung gartenbaulicher Besonderheiten mit Vorbildcharakter einladen.

Beim Fachberatertag am 29. Juni besuchten die Gartenfreunde am Vormittag den Lehr- und Versuchsgarten Tachenhausen in Oberboihingen, eine wissenschaftliche Einrichtung der nahe gelegenen Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und zugleich Schaugarten für Studierende und Besucher. In der Praxis treffen hier in den Beetanlagen die Themenbereiche Pflanzensortimente, Pflanzenverwendung und Elemente der Freiraumplanung aufeinander. Angefangen von den Gehölzen über die Halbsträucher und Stauden bis zu den Sommerblumen werden hier einzelne Pflanzen, neue Sorten und Pflanzengemeinschaften auf "Herz und Nieren" überprüft. Eine Besichtigung verbunden mit einer Führung durch die Anlagen ist für jeden interessierten Gartenfreund ein lehrreiches Highlight. Standortschulung, Empfehlungen, Pflegetipps und Hinweise vom geschulten Auge insbesondere auf Einflüsse des Klimawandels sind gepaart mit Erkenntnissen über "was im Garten geht ... oder nicht".

Der Nachmittag erwartete uns im Privatgarten von Herbert Müller in Bissingen Teck mit der Besonderheit, dass es hier fast ausschließlich im Freiland kultivierte frostharte Exoten zu bestaunen gab. Der kundige Blick unserer Teilnehmer erfasste schnell, dass hier nicht einfach gepflanzt wurde: Boden- und Oberflächenvorbereitung, die geschickte für die jeweilig verwendete Pflanzenart richtige Nutzung der vier Hausseiten und ihr Einfluss auf Luftbewegung und Wärmehaushalt. Wir trafen auf Kiwi, Passionsblume, Bitterzitrone, Maulbeerbaum, Indianerbanane, Blaugurkenwein (Akebie), Erdbeerbaum, Pekannuss, Kaki, Lotuspflaume, Dattelpflaume, Essbare Ölweide, Wollmispel, verschiedene Feigen, Biricoccolo (Schwarze Aprikose), Essmandel, Chinesische Pflaume, Granatapfel, Fünf-Geschmacksfrucht, Chinesische Dattel, Seidenbaum und weitere Exoten insbesondere im Wintergarten. Der Nachmittag verlief über mehrere Stunden zwischen Kulturpflanzen und Tischgarnituren mit Pflanzenpräsentationen und Fachsimpelei. So mancher der teilnehmenden Fachberater verabschiedete sich später mit den Gedanken: "dies oder jenes könnte ich doch mal ausprobieren".

Freitag/Samstag, 2./3. August, waren die Fachberater unterwegs im Frankfurter Palmengarten und im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Bei Besichtigungen von Parkanlagen sollte man sich stets im Klaren sein, dass Momentaufnahmen der Gegenwart einzusehen sind. Da wir in der Zeit des Hochsommers zu Besuch waren, standen uns vor allem die Lebensbereiche der Präriestauden in ihrem Glanze zur Verfügung. Hinzu kamen Beispiele saisonaler Pracht- und Beetstauden sowie Kübelpflanzenkulturen (Canna, Staudenhibiskus) und Teichpflanzen (Seerosen, Lotus). Gerade im Palmengarten überzeugte die Gartenfreunde eine Sonderausstellung über Citruskulturen, die weite Facetten in Kultur und Verwendung bildreich behandelte. In Weinheim genossen die Teilnehmer eine rundum professionelle Führung. Neben der Benennung der zahlreichen sich als Blickfang zeigenden Gewächse gab es viele Hinweise über Kultur und Pflege einzelner Arten sowie Entscheidungshilfen bezüglich der Beetgemeinschaften.

Die Anmeldung zur Teilnahme an Fachberatertag und -lehrfahrt der Landesfachberatung erfolgt in Abstimmung mit dem dazu gehörigen Bezirksverband, da es einen Teilnahmeschlüssel bezüglich der Größe der Bezirksverbände zu berücksichtigen gilt. Die Teilnehmer sind bei Anfrage aus dem Kreis der aktiven Vereinsfachberater zu erwählen

Fachberatung

Wichtige Ankündigung: Die Geschäftsstelle des Landesverbandes in Stuttgart ist vom 2. September bis zum 13. September 2019 betriebsbedingt geschlossen! In ganz wichtigen Versicherungsfällen wenden Sie sich bitte direkt an die AXA-Vertretung Bofinger in Stuttgart.


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Wassernotstand bei Immergrünen

Überwinterung von Gehölzen

Nachdem laut Presse dieses Jahr in Süddeutschland nur rund 60 % der normalen Niederschlagsmenge gefallen sind - und regional sicher noch weniger - ist der Boden bis in große Tiefen praktisch ausgetrocknet. Die geringen Regenmengen der vergangenen Wochen haben nur die obersten Zentimeter des Bodens gerade so angefeuchtet, dass das Wintergetreide auflaufen konnte, können aber bei oberflächlicher Betrachtung zu dem Trugschluss verleiten, dass der Boden ausreichend feucht sei.

Dass dem nicht so ist, haben alle bemerkt, die notgedrungen in den letzten Wochen ein Gehölz pflanzen mussten: Leichtere Böden sind als Staub vom Spatenblatt gerieselt und Lehmböden ließen sich nur stückweise aus dem Pflanzloch brechen. Hier muss trotz reichlichem "Einschlämmen" und Angießen auch weiterhin regelmäßig Wassergegeben werden, denn das meiste wird vom umgebenden trockenen Boden aufgesaugt.

Ganz besonders bedrohlich ist die tiefgreifende Bodentrockenheit für alle "Immergrünen" Gehölze: Zwar zeigen sie (überraschenderweise!) noch kaum deutliche Wassermangelsymptome wie Einrollen der Blätter, Verfrühtes Vergilben und Abwerfen der kroneninneren älteren Blätter, aber das dürfte weitgehend der geringen Verdunstung bei den mittlerweile kühleren Temperaturen geschuldet sein. Kritisch wird es nun bei längeren Kahlfrostperioden. Hier droht verstärkt Frosttrocknis, da die Pflanzen kaum Wasserreserven haben: Taut bei gefrorenem Boden tagsüber die Sonne die Blätter auf, verdunsten diese natürlich Wasser, und wenn sie keines nachgeliefert bekommen- z.B. aus dem Holzkörper- vertrocknen sie.
Übrigens zählen hier auch Rosen und andere Gehölze mit grüner, also nicht durch Korkschichtengeschützte Rinde zu den Immergrünen - d.h. die meisten "Frostschäden" an Rosen sind reine Trockenschäden, weil versäumt wurde, die Rosentriebe z.B. mit Reisig oder Jutengewebe gegen die Wintersonne zu schützen. Deshalb sollten Immergrüne mehrmals kräftig gewässert werden, und das möglichst bald. Denn wenn der Winter entgültig einzieht und der Boden friert, ist es zu spät.

Harald Schäfer