Sehr geehrte Kleingärtner, Siedler und Eigenheimer, liebe Gartenfreunde

Artenschutz nicht nur von oben

Anders als in Bayern wurde in Baden-Württemberg einem „Bienenschutz“-Volksbegehren durch eine von der Politik erarbeitete und von den Naturschutzverbänden angenommene Absichtserklärung vorgebeugt – ob zum Nutzen oder Schaden unserer vielfach gebeutelten Umwelt, wird die Zukunft zeigen. Während die Naturschutzverbände dieses Eckpunktepapier loben, lassen die Stellungnahmen anderer Interessengruppen berechtigte Zweifel aufkommen an ihrer Ernsthaftigkeit, am Erreichen der dort niedergeschriebenen Ziele mit höchstmöglichem Einsatz mitzuarbeiten. So wird Bauernverbandspräsident Rukwied zu den Einschränkungen bei der Verwendung von Pestiziden in der Presse mit folgenden Worten zitiert: „Es geht um die Existenz unserer Landwirte. Wir lassen das Ziel mal so stehen, aber wir müssen prüfen, ob es zu schaffen ist.“

Es stellt sich ohnehin die Frage, ob wirksame notwendige Veränderungen mit einem von „oben“ verordneten Drehen an ein paar kleinen Schräubchen überhaupt möglich sind und ob nicht vielmehr ganze Systeme neu gedacht werden müssen – einschließlich der „Gewissensprüfung“ jedes Einzelnen, denn schlussendlich ist es hauptsächlich der Verbraucher, der über seine Kaufentscheidung großen Einfluss wie auch große Verantwortung hat.
Beginnen wir mit unserem „täglichen Brot“, der Nahrungsmittelerzeugung:
„Dank“ der von Brüssel forcierten Agrarindustrie – immer größere und immer spezialisiertere Betriebe – ernährt jeder Landwirt heute nicht nur wesentlich mehr Menschen als früher, sondern sind Nahrungsmittel mittlerweile zu einem verglichen mit Miete, Energiekosten (Energiewende!) und staatlichen Abgaben eher nachrangigen Lebenshaltungskostenfaktor geworden, zumindest für die meisten Bundesbürger. Was aber ist der Preis dafür?
Die (politisch gewollt?) niedrigen Erzeugerpreise zwingen die Landwirte zu maximaler Produktionseffizienz: Möglichst große zusammenhängende Flächen für rationellen Maschineneinsatz, hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz anspruchsvolle Hochertragssorten und Beschränkung auf wenige finanziell besonders lohnende Kulturen statt Nutzpflanzenvielfalt.
Das Ergebnis sind ... (vollständiger Text zum Herunterladen).

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Neue Gefahr für die Kleingärten

Nachdem unsere Großstädte durch unveränderten Zuzug von meist jüngeren arbeitssuchenden Menschen aus "strukturschwachen" Gebieten aus allen Nähten platzen und in den Pendlerströmen ersticken, wird von und in der Presse in besorgniserregender Weise die Forderung zur Umwandlung von Kleingartenanlagen in Baugebiete erhoben. Und dies teilweise mit der perfiden Behauptung, dass Kleingartenpächter quasi als Sozialschmarotzer ihren Garten auf Kosten der verzweifelten Wohnungssuchenden genießen.

Auf der diesjährigen BUGA in Heilbronn wurden von der sich christlich-sozial präsentierenden Aufbaugilde Heilbronn GmbH Unterschriften für eine Petition gesammelt, die das Ziel hat, das vom Bundeskleingartengesetz (BKleingG) verbotene Wohnen in Kleingartenanlagen zuzulassen (https://www.aufbaugilde.de/ - http://www.wohnenspenden.de/) und dabei interessanterweise dazu passend gleich Werbung für die "Kleinsthäuser" eines Hohenloher Herstellers gemacht. Für uns unverständlich hat sich unser ehemaliger Bezirksverband Heilbronn gleich nebenan auf demselben Ausstellungsbeitrag präsentiert und damit dem Kleingartenwesen einen wahren "Bärendienst" erwiesen.

Denn jede "Modernisierung" des BKleingG hätte in der derzeitigen Situation zur Folge, dass dieses die Kleingärtner in hohem Maße (u.a. lebenslange Pachtverträge, Pachtpreisbegrenzung) schützende Bollwerk von den in Berlin nur so wimmelnden Lobbyisten der Bauwirtschaft, Grundbesitzerverbände und andere Gruppen, denen das BKleingG schon lange ein Dorn im Auge ist, sturmreif geschossen und damit seine jahrzehntelang bewährte Schutzfunktion verlieren würde.

Aus diesem Grunde hat unser Landesverband für alle Interessierte zum Verständnis und als Argumentationshilfe für unsere Mitglieder gegenüber Angriffen gegen das bestehende Kleingartenwesen eine Stellungnahme verfasst, die den gesamtgesellschaftlichen Wert von Kleingartenanlagen als Grünflächen wie auch die Leistungen unserer Kleingärtner für die Allgemeinheit wiederspiegelt und den bestehenden rechtlichen Ist-Zustand begründet.

Zum Herunterladen:  Stellungsnahme: Kleingärten - Zukunftssicherung für alle ...

ist das Motto der Fachberatung des Landesverbandes, wenn sie bei den jährlich stattfindenden Fachberaterereignissen zur Erkundung gartenbaulicher Besonderheiten mit Vorbildcharakter einladen.

Beim Fachberatertag am 29. Juni besuchten die Gartenfreunde am Vormittag den Lehr- und Versuchsgarten Tachenhausen in Oberboihingen, eine wissenschaftliche Einrichtung der nahe gelegenen Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und zugleich Schaugarten für Studierende und Besucher. In der Praxis treffen hier in den Beetanlagen die Themenbereiche Pflanzensortimente, Pflanzenverwendung und Elemente der Freiraumplanung aufeinander. Angefangen von den Gehölzen über die Halbsträucher und Stauden bis zu den Sommerblumen werden hier einzelne Pflanzen, neue Sorten und Pflanzengemeinschaften auf "Herz und Nieren" überprüft. Eine Besichtigung verbunden mit einer Führung durch die Anlagen ist für jeden interessierten Gartenfreund ein lehrreiches Highlight. Standortschulung, Empfehlungen, Pflegetipps und Hinweise vom geschulten Auge insbesondere auf Einflüsse des Klimawandels sind gepaart mit Erkenntnissen über "was im Garten geht ... oder nicht".

Der Nachmittag erwartete uns im Privatgarten von Herbert Müller in Bissingen Teck mit der Besonderheit, dass es hier fast ausschließlich im Freiland kultivierte frostharte Exoten zu bestaunen gab. Der kundige Blick unserer Teilnehmer erfasste schnell, dass hier nicht einfach gepflanzt wurde: Boden- und Oberflächenvorbereitung, die geschickte für die jeweilig verwendete Pflanzenart richtige Nutzung der vier Hausseiten und ihr Einfluss auf Luftbewegung und Wärmehaushalt. Wir trafen auf Kiwi, Passionsblume, Bitterzitrone, Maulbeerbaum, Indianerbanane, Blaugurkenwein (Akebie), Erdbeerbaum, Pekannuss, Kaki, Lotuspflaume, Dattelpflaume, Essbare Ölweide, Wollmispel, verschiedene Feigen, Biricoccolo (Schwarze Aprikose), Essmandel, Chinesische Pflaume, Granatapfel, Fünf-Geschmacksfrucht, Chinesische Dattel, Seidenbaum und weitere Exoten insbesondere im Wintergarten. Der Nachmittag verlief über mehrere Stunden zwischen Kulturpflanzen und Tischgarnituren mit Pflanzenpräsentationen und Fachsimpelei. So mancher der teilnehmenden Fachberater verabschiedete sich später mit den Gedanken: "dies oder jenes könnte ich doch mal ausprobieren".

Freitag/Samstag, 2./3. August, waren die Fachberater unterwegs im Frankfurter Palmengarten und im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Bei Besichtigungen von Parkanlagen sollte man sich stets im Klaren sein, dass Momentaufnahmen der Gegenwart einzusehen sind. Da wir in der Zeit des Hochsommers zu Besuch waren, standen uns vor allem die Lebensbereiche der Präriestauden in ihrem Glanze zur Verfügung. Hinzu kamen Beispiele saisonaler Pracht- und Beetstauden sowie Kübelpflanzenkulturen (Canna, Staudenhibiskus) und Teichpflanzen (Seerosen, Lotus). Gerade im Palmengarten überzeugte die Gartenfreunde eine Sonderausstellung über Citruskulturen, die weite Facetten in Kultur und Verwendung bildreich behandelte. In Weinheim genossen die Teilnehmer eine rundum professionelle Führung. Neben der Benennung der zahlreichen sich als Blickfang zeigenden Gewächse gab es viele Hinweise über Kultur und Pflege einzelner Arten sowie Entscheidungshilfen bezüglich der Beetgemeinschaften.

Die Anmeldung zur Teilnahme an Fachberatertag und -lehrfahrt der Landesfachberatung erfolgt in Abstimmung mit dem dazu gehörigen Bezirksverband, da es einen Teilnahmeschlüssel bezüglich der Größe der Bezirksverbände zu berücksichtigen gilt. Die Teilnehmer sind bei Anfrage aus dem Kreis der aktiven Vereinsfachberater zu erwählen

Fachberatung