LGS 2010 Villingen-Schwenningen

"Exoten auf Schwarzwaldhöhen"

LGS 2010 Vilingen-Schwenningen
12. Mai bis 10. Oktober 2010

Mit dem Thema "Exoten auf Schwarzwaldhöhen" möchten die Gartenfreunde den Besuchern Mut für eigene Experimente vor allem im Gemüsegarten machen. Es ist durchaus gewagt, in einer offenen Lge auf den Höhen des Mittleren Schwarzwaldes Tropenkinder wie Tomaten, Paprika, Auberginen und Honigmelonen im Freiland anzubauen, vor allem, da zugleich eine möglichst breite und über das Angebot im Handel weit hinaushehende Sortenvielfalt gezeigt werden soll - so werden zur Zeit z.B. über 10 verschiedene Paprika- und 8 verschiedene Auberginensorten herangezogen.
Mit halbkreisförmig angelegten Gabionen als Windschutz und Wärmespeicher für die davorliegenden Gemüsebeete und einem Tiefbeet für besonders anspruchsvolle Gewächse werden die "technischen" Voraussetzungen für diesen Versuch geschaffen, auf einen sonnig-warmen Sommer kann natürlich nur gehofft werden.
Der Teil des Gabionenhalbkreises zwischen den beiden Zugangswegen ist auf der Rück- und Oberseite mi Steingartenstauden bepflanzt und wird durch einen in die Gabionenfüllung eingebauten Tropfschlauch bewässert. Da Gabionen in der Gartengestaltung zunehmend als preisgünstiger Trockenmauerersatz verwendet werden, soll hier demonstriert werden, dass diese mit einfachen Mitteln ansprechend begrünt werden und so auch Biotopfunktion übernehmen können.
Umgeben wird der zentrale kreisförmige Gemüsegartenbereich von einem Kiesgarten, dessen Schotterbelag einmal als zusätzlicher Wärmespeicher dient und zum anderen als Beispiel für eine pflegeleichte Vorgartengestaltung in den Zeiten der heißer werdenden Sommermonate. Bei der Pflanzenauswahl wurden bewusst Stauden und Halbsträucher mit einem hohen Nutzwert für Bienen und andere blütenbesuchenden Insekten ausgewählt, darunter auch viele Herbstblüher wie Säckelblume und Blauraute.
Bei der Gestaltung wurde Wert gelegt auf eine "organisch-natürliche" Formensprache, auch um einen bewussten Gegensatz zum im Nutzgartenbereich immer noch verbreiteten phantasielosen rechteckogen Anlegen der Beetflächen. Ebenso werden die Beetflächen zu den Wegen hin mit einem Blütenpflanzstreifen bepflanzt, der nicht nur dem Anlockem von Nützlingen dient, sondern auch den Gartenschaubesuchern deutlich machen soll, dass ein Nutzgarten auch optisch anspruchsvoll gestaltet werden kann.
Die großen Tiefbeete einfassenden Muschelkalkquader können von den Besuchern auch als Sitzsteine zum Ausruhen genutzt werden. Der Rankbogen aus Edelstahl am Eingang des Gartens wird mit einjährigen Kletterpflanzen begrünt. In der Frühphase wurden in der 210 qm großen Fläche die Gabionen gesetzt und befüllt bzw. bepflanzt, der Kiesgarten gestaltet und in den Gemüsebeetflächen Bodenverbesserungsmaßnahmen durchgeführt sowie Tulpen und andere frühblühende Zwiebelgewächse in den wegbegleitenden Blütenpflanzenstreifen gesteckt. Im Vergleich zur LGS 2008 in Bad Rappenau weist der Kiesgarten eine größere Fläche und eine anspruchsvollere und abwechslungsreichere Bepflanzung auf, auch die Gabionen und die aufwendige topografische Gestaltung prägen den Beitrag wesentlich mehr als die niedrige Trockenmauer dort.