LGS 2008 Bad Rappenau


"Gaumen und Auge im Einklang - der blühende Gemüsegarten"

LGS Bad Rappenau
25. April bis 25. Oktober 2008

Trotz der vielen Lebensmittelskandale und Ernährungs-Kampagnen wird dem Gemüsebau in vielen Gärten noch nicht der Stellenwert eingeräumt, der ihm eigentlich zukommt. Neben teilweise nur vorgeschütztem Zeitmangel und fachlicher Unkenntnis können auch die im Gemüsegarten mit zunehmender Häufigkeit und Schwere zu beobachtenden Pflanzenschutzprobleme mit dazu beigetragen haben, den Gemüseanbau in Misskredit zu bringen.

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - sofern überhaupt zulässig und verfügbar - wird hier zu Recht wesentlich kritischer betrachtet und hinterfragt wie im Zierpflanzenbereich. Und tatsächlich wird häufig auf den Anbau anfälligerer Gemüsearten wie Zwiebeln, Lauch, Möhren und Tomaten völlig verzichtet, ohne die Potentiale einer befallsmindernden Kultivierung durch weite Pflanzabstände, des Gemüseanbau's in Mischkultur oder von passiven Pflanzenschutzmaßnahmen wie Tomatenschutzdächer und Gemüsefliegennetze voll auszunutzen.

Gleichzeitig ist der Gemüseanbau im eigenen Garten durch die zunehmend kleiner werdenden Neubaugrundstücke Einschränkungen unterworfen, denn wer schaut schon gerne von seiner Terrasse auf einen optisch doch recht wenig attraktiven Gemüsegarten - ein Argument, das sehr häufig bei Gartenberatungen ins Feld geführt wird. Eine Kräuterecke ja, aber keinen großflächigen Gemüsegarten, der zudem angeblich ja auch noch viel mehr Arbeit macht als ein Rasenstück.

Der "Blühende Gemüsegarten" der Gartenfreunde soll Anregungen zu einem neuen Verständnis des Themas Gemüseanbau liefern und die Realisierbarkeit einer gelungenen Symbiose von Optik, Nutzen, Lebensraum- und Gesundheitsfunktion darstellen:

  • Durch eine wirkliche Mischkultur von Gemüse- und Zierpflanzen soll - wie auch in den alten Bauerngärten - nicht nur die optische Qualität des Gemüsegartens gesteigert werden, sondern auch eine ausreichende Nützlingspopulation angelockt und etabliert werden, um tierische Schaderreger in Grenzen zu halten. Ergänzend zur pflanzlichen Artenvielfalt unterstützen hier das Insektenhotel, die Trockenmauer und eine Wildkräuterecke.
     
  • Die Voraussetzung für einen gemüsegärtnerischen Erfolg wie die Wahl robuster oder resistenter Sorten, die richtige Kulturführung sowie eine naturgemäße Bodenpflege mit Mulchen, Gründüngungzwischensaat und richtiger Kulturenabfolge werden praxisnah gezeigt.
    Ein besonderes Interesse dürfte beim Thema Pflanzenarten/Sortenwahl dem Aspekt des Erhaltes der Nutzpflanzenartenvielfalt also der Verwendung älterer Kultursorten oder gar Wildsorten im Garten eingeräumt werden Darüber hinaus ist auch die Nutzung von Kulturpflanzen angedacht, die infolge des Klimawandels anbauwürdig werden könnten.
    Die Wegeführung und Beetflächeneinteilung orientiert sich an natürlichen oder geometrischen Vorbildern; sie weicht von der phantasielosen klassischen Rechteckform ab.
     
  • Wo erforderlich werden passive Pflanzenschutzmaßnahmen angewendet und auch bewusst vorgestellt; bei starkem Befall mit nicht mehr tolerierbaren Folgen wird auf nützlingsschonende Präparate vzurückgegriffen und auch auf deren richtige Anwendung hingewiesen.

Abgerundet wird der Beitrag durch einen "Kiesgarten" als Gestaltungsvorschlag für einen pflegeleichten Vorgarten und die Präsentation einer kleinen Auswahl von Canna-Sorten.
Durch die unproblematische Überwinterung und den Doppelnutzen als imposante Blatt- wie auchansprechende Blütenpfalanze mit tropischem Flair erweist sie sich als ideale Kübelpflanze.