Grünprojekt 2009 Rechberghausen


"Vom Nutz- zum Ziergarten - 50 Jahre Gartengeschichte"

Grünprojekt Rechberghausen (kleine Gartenschau)

Der Verein der Gartenfreunde Rechberghausen e.V. wurde im Jahre 1952 gegründet. In einer Zeit, in der in den Gärten noch der Anbau von Obst und emüse im Vordergrund stand - weniger aus gesundheitlichen, sondern vor allem aus finanziellen Aspekten. Lebensmittel waren damals im Verhältnis zu den Arbeitslöhnen noch teuer und vom "Häuslesbauen" war der Geldbeutel ohnehin leer. Diesem Bedürfnis trugen die Siedlungsplaner Rechnung, indem sie große Grundstücke vorsahen und oft auch noch kleine Nebengebäude, die als Ställe für Kleintierhaltung genutzt werden konnten. In den 1970e Jahren setzte dann ein Wandel im Garten ein: Die Rasenflächen wurden auf Kosten der Gemüsebeete vergrößert und Blaufichten, Lebensbäume und Scheinzypressen begannen die Obstbäume zu verdrängen. Auch die Kleintierhaltung verschwand völlig, ja sie wurde sogar als störend empfunden, wie viele juristische Auseinandersetzungen um das Krähen von Hähnen zeigten. In den letzten Jahren setzt nun wieder ein leichter Trend zur Umkehr ein: Aufgerüttelt durch die vielen Lebensmittelskandale in Verbindung mit dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein werden dem Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten wieder größere Flächen eingeräumt; allerdings ist viel "altes" Wissen über erfolgreiche Kulturführung mittlerweile verloren gegangen. Hier sind nun die Freizeitgartenbauvereine gefragt, ihr Fachwissen im Obst- und Gemüsebau offensiv weiterzugeben.

Diesem Gestalt- und Bedeutungswandel des Gartens ist der Beitrag der Gartenfreunde in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein und dem Verein der Kleintierzüchter nachempfunden: Der westliche Teil ist dem "alten" Nutzgarten gewidmet mit Obst- und Gemüsebau sowie einem kleinen Hühnergarten. Durch eine Johannisberenhecke und Stangenbohnenpyramiden davon optisch getrennt ist der östliche Bereich dem "neuen" Ziergarten gewidmet: Statt Koniferen Rankpyramiden aus einjährigen Kletterpflanzen, ein kleiner "Kiesgarten" als Beispiel für einen pflegeleichten Vorgarten in deneiten des einsetzenden Klimawandels und eine Rosen-Gräser-Rabatte, die eine Alternative zu den üblichen niedrigen (Formschnitt-) Hecken vorstellt. Übergreifend präsentiert sich das Thema "Rosen": Entlang der westlichen Hangkante sollen alte Rosensorten aufgepflanzt werden, darunter auch einige "neue" alte Sorten als Dauerblüher. Großwüchsige Strauch und Wildstrauchrosen dominieren die östliche Grenze des Beitrages und grünen optisch auch die hier lokalisierte Laube ein.