Sehr geehrte Kleingärtner, Siedler und Eigenheimer, liebe Gartenfreunde

Empfehlungen zur Förderung der Biologischen Vielfalt

Unter der Federführung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg (LVG) wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen einer Europäischen Innovationspartnerschaft das Projekt „BLÜHINSELN - Blüten für Bestäuber in der Stadt“ durchgeführt und im Jahr 2019 als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Siehe: Zur Ansicht der Beitrag "Blüten für Bestäuber" sowie ein Informations-Flyer "Blüten für Bestäuber" für Jedermann zum Herunterladen!

Die Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt lässt die Öffentlichkeit unter den ausgezeichneten Projekten jeden Monat ein „Projekt des Monats“ auswählen. Im Mai 2020 steht u. a. das Projekt „BLÜHINSELN - Blüten für Bestäuber in der Stadt“ unter nachfolgendem Link zur Wahl: https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/projekt-des-monats-waehlen/

Unter dem Link sind auch weitere Informationen zu dem Projekt hinterlegt.

 

Aus aktuellem Anlass:

  • Info-Portal Baden-Württemberg
     
  • Welche Änderungen bringt die aktuelle Corona-Verordnung vom 09. Mai für Kleingartenvereine?
    Basierend auf der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vom 09.05.2020 finden Sie die neuen Vorgaben für Vereine und Pächter sowie die Empfehlungen des Landesverbandes auf den Funktionärsseiten unter „Aktuelles“ zum Herunterladen.
     

Aufruf an alle Pächterinnen und Pächter! (Text zum Herunterladen)

Liebe Gartenfreundinnen, liebe Gartenfreunde,
nachdem uns Vereine berichtet haben, dass trotz der derzeitigen, für jeden von uns bedrohlichen Gefahrenlage durch die Verbreitung des Corona-Virus „Großfamilientreffen“ auf Kleingartenparzellen stattfinden, betonen  wir nochmals, dass ausnahmslos jede Bürgerin und jeder Bürger und damit auch Kleingartenpächter  die gesetzlichen Vorgaben zuverlässig und in vollem Umfang einhalten müssen!
Kleingartenanlagen sind keine rechtsfreien Gebiete!
Bitte helfen Sie alle mit, die notwendige räumliche Distanz zu Ihren Mitmenschen unbedingt einzuhalten.

...


Als Biologe erlebt man zur Zeit seine ganz persönliche Auswirkung der Corona-Krise: „Du hast doch mal Biologie studiert, was meinst denn Du dazu?“ Darauf folgt eine Antwort, die angesichts des vielen Leides und der zunehmend lästiger werdenden Einschränkungen des gewohnten Lebens kaltherzig und zynisch klingt und zunächst auch Verblüffung beim Gegenüber auslöst: „Epidemien sind eine Antwort der Natur auf eine zu hohe Populationsdichte, die eine Überlastung der lebenswichtigen Ressourcen zu Folge hätte, um so langfristig das Überleben der Art zu sichern“.
Zu Zeiten, als die Menschen noch in Kleingruppen als Jäger und Sammler durch die Welt zogen, hätte das Überspringen solch eines Virus vom Beutetier auf den Jäger nur dessen kleine Sippe betroffen, zumal man sich aus Nahrungskonkurrenzgründen von anderen Sippen ohnehin in weitmöglichster Distanz hielt. Erst mit dem Sesshaftwerden des Menschen in immer individuenreicheren Niederlassungen konnten Krankheitserreger zu Epidemien (regional begrenzte Krankheitsausbrüche) oder - durch die Globalisierung begünstigt - auch Pandemien führen.
Wie es aus heutiger Sicht (08. April) aussieht, zeigen die Kontakteinschränkungen durch einen Rückgang der täglichen Neuinfektionszahlen langsam die erhoffte Wirkung, so dass hoffentlich eine Verlängerung des Corona-Ausnahmezustandes über den 15. Juni hinaus nicht erforderlich sein muss.
Dennoch sollten diese Zeiten nicht vergessen und verdrängt werden, sondern die Krise als Anlass genommen werden, einige kritische Fragen zu stellen, denn das nächste Virus kommt bestimmt und schlägt vielleicht noch wesentlich aggressiver zu als das COVID-19-Virus:
● Ist die derzeit trotz aller Warnzeichen immer noch zugelassene oder sogar geplante Massierung von Menschen in Ballungsräumen sinnvoll bzw. verantwortbar? Dasselbe gilt auch für die Konzentration von Industrie und produzierendem Gewerbe an wenigen Orten.
● Ist die Ausrichtung nicht nur der Industrie und des Bankenwesens, sondern auch der medizinischen und caritativen Einrichtungen alleine an finanziellen Aspekten gesamtgesell-schaftlich langfristig zielführend - von der Menschenwürde einmal ganz zu schweigen?
● Wiegen die Risiken des „Outsourcens“ der Herstellung vieler lebenswichtiger Dinge (Medikamente, Nahrungsmittel, Energieversorgung, …) in Länder mit billigeren Produktions-kosten den dadurch möglichen „Genuss“ kurzfristig abschöpfbarer Gewinne wirklich auf?
● Wurden die politischen Verantwortungsträger nach dem nicht mehr zu verheimlichenden Ausbruch der Krankheit in China zügig und umfassend über die Risiken informiert und wurden wirksame Gegenmaßnahmen wirklich so schnell wie möglich ergriffen?
Beginnen wir mit der letzten, weil mit der geringsten „Systemrelevanz“ behafteten Frage:
Ob ein Krankheitsausbruch zur Epidemie oder gar Pandemie wird, entscheidet sich schon sehr früh, denn wenn es gelingt, die Infektionskaskade zu unterbrechen, kann man den Krankheitserreger im günstigsten Fall lokal isolieren oder zumindest seine Ausbreitung so weit verlangsamen, dass ausreichend Zeit für Gegenmaßnahmen, vielleicht sogar für die Entwicklung eines Impfstoffes oder Medikaments bleibt.
Dies bedeutet: Je früher und umfassender die Weltgemeinschaft informiert wird, desto niedriger bleiben die Opferzahlen und auch die Kosten bzw. finanziellen Verluste.
Wie viel niedriger verglichen mit den Kosten des „Shutdown“ in vielen europäischen Ländern wären Kompensationszahlungen für die Wintersportgebiete gewesen, mit denen man die finanziellen Folgen einer sofortige Schließung nach Bekanntwerden der ersten Infektionsfälle hätte ausgleichen können.
Auch in Deutschland wäre eine kritischere Betrachtung des Krisenmanagementes vor allem in den ersten Tagen angebrachter als einzelne Politiker oder Wissenschaftler in der Presse als Heilsbringer hochzustilisieren.
Nicht (zu späte) Abschottung, sondern frühzeitige maximale Zusammenarbeit ist das Gebot solcher Stunden. Und zeigen wir auch nicht mit dem Finger nach China, denn niemand weiß, an welchem Ort der Erde der nächste katastrophale Erreger auftauchen wird.
Was das Verlagern von Produktionskapazitäten zur Gewinnmaximierung betrifft, so verursacht dieses schon in Nicht-Krisenzeiten erhebliche (Umwelt)Nachteile und hohe Kosten, die zum größten Teil nicht von den Verursachern getragen, sondern dem Staat und damit jedem Steuerzahler aufgedrückt werden:
Die systembedingt erforderlichen Transporte erhöhen den Energieverbrauch und tragen damit erheblich zum Klimawandel bei.
Die Verkehrssysteme werden überlastet, was durch Staus und Verspätungen nicht nur für die heute übliche just-in time-Produktion nachteilig ist, sondern auch für viele Pendler sinnlose (Lebens)Zeitverschwendung mit sich bringt.
Die Abhängigkeit von Zulieferern in anderen Ländern und damit auch von den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen dort kann nicht nur das Funktionieren der Industrie in den Einfuhrländern beeinflussen, sondern auch eigentlich erforderliche klare politische Weichenstellungen verhindern.
Eine Globalisierung zur Gewinnmaximierung verbindet die Völker nicht, sondern erzeugt genau das Gegenteil: Auseinanderdriften der Lebensverhältnisse, Neid und (geistige) Abschottung.
Das Grundübel nicht nur unseres Gesundheitssystems, sondern auch der (vorgeblich sozialen Markt-)Wirtschaft ist das absolute Diktat der Rentabilität, auf deren Altar alles geopfert wird, was für ein menschliches Miteinander entscheidend ist, sei es in den Ausbildungsstätten, auf der Arbeit, im Krankenhaus oder im Pflegeheim: Zeit, gegenseitige Achtung und Empathie.
Und damit führt sich das System selbst ad absurdum: Durch Konkurrenzdenken, Überlastung, Angst und Resignation und die daraus resultierenden gesundheitlichen Probleme sowie deren wirtschaftlichen Folgen entstehen unter dem Strich weit höhere Kosten als eingespart werden.
Noch teurer kommt uns der durch die überall für erforderlich gehaltene Rentabilitätskontrolle aufgeblähte Verwaltungsapparat, der durch eine zunehmende Flut an Vorschriften nicht nur selber ständig neuen Stellenbedarf erzeugt, sondern Entscheidungsprozesse zu Glücksspielen werden lässt und jegliche Kreativität und Eigenverantwortlichkeit unterbindet.
Wer glaubt, aus der Corona-Krise nur den Schluss ziehen zu brauchen, dass es mit höheren Gehältern in medizinisch-caritativen und „systemrelevanten“ Dienstleistungsberufen getan ist - so wichtig diese auch als Ausdruck der Wertschätzung tatsächlich sind - verhindert eine Lösung der strukturellen Probleme und zementiert die falsche „Einstellung“ des Systems weiterhin.
Ein Gesellschaftssystem, das den Menschen aus dem Zentrum rückt, wird unmenschlich.
Wesentliche Kennzeichen unseres Wirtschaftssystems und der daraus sich ergebenden Strukturen sind Wachstum - oft um jeden Preis - und Konzentration, also das genaue Gegenteil von den Prinzipien, mit denen die Natur so erfolgreich über Jahrmillionen agiert: Vielfalt, Dezentralisation und Nachhaltigkeit.
Je größer eine Struktur wird, desto aufwendiger wird ihre Erhaltung und desto anfälliger wird sie für Störungen. Dies lässt sich am besten am Beispiel der großen Ballungsräume weltweit sehen, die in der Corona-Krise durch eine besonders schnelle „Durchseuchung“ auffallen und wo auch die größten Probleme bei der (Gesundheits)Versorgung auftreten.
Dasselbe gilt für die Zentralisierung, ganz gleich ob in Verwaltung oder Wirtschaft: Auch sie ist extrem störanfällig und hat den Nachteil langer komplizierter Kommunikationswege (Bürokratie!) und dadurch schwerfälliger Entscheidungsprozesse, deren Ergebnisse mangels detaillierter Kenntnis der Umstände vor Ort nicht selten auch noch mangelhaft oder sogar falsch sind.
Leider hat hier die Politik es auch in Deutschland versäumt, von ihrer Gestaltungsbefugnis Gebrauch zu machen und vor allem nach der Wiedervereinigung durch eine entsprechende Struktur- und Wirtschaftspolitik eine soweit wie möglich ausgeglichene Wirtschafts- und Bevölkerungsverteilung sicherzustellen.
Ungleichgewichte sind wie Druckunterschiede: Werden sie zu groß, wird es gefährlich.
Geradezu schamlos sind die Bestrebungen mancher Politiker, die Corona-Krise zum Ausbau ihrer Machtposition zu missbrauchen.
Auch in Deutschland wurden durch staatliche und von den Bundesländern ausgesprochene Verordnungen im Grundgesetz verankerte persönliche Rechte eingeschränkt. Die meisten dieser Maßnahmen sind aufgrund der derzeitigen Situation sinnvoll und nachvollziehbar, aber sie müssen auch eine wohlbegründete Ausnahme bleiben und stetig an die aktuellen Erfordernisse angepasst, d.h. nun hoffentlich bald schrittweise wieder aufgehoben werden. Damit ihre klaglose Akzeptanz durch die meisten Bürger nicht dahingehend interpretiert wird, dass sich diese ihrer Grundrechte nicht bewusst sind, müssen wir den Lockerungsprozess aufmerksam begleiten, um eines Tages wirklich wieder auf dem Ausgangsniveau anzukommen.
Nicht der „starke Mann an der Spitze“ ist besonders in Krisenzeiten gefragt, sondern das Mitarbeiten, -denken und -fühlen der Bürger an der Basis.
In den letzten Tagen und Wochen durften wir lernen, was im Leben wirklich wichtig ist, nämlich Menschlichkeit, Solidarität und gegenseitige Unterstützung.
Wir durften auch lernen, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht und wie viel Luxus entbehrlich ist, ja sogar eher belastet.
Und wir durften die wichtige Erfahrung machen, dass sich mit etwas Kreativität und ein bisschen Mut, Neues auszuprobieren, ungeahnte Alternativen auftun und manche Einschränkungen so erträglicher gemacht werden können.
Viele von uns haben auch die maßvolle Einschränkung ihrer persönlichen (Bewegungs)Freiheit akzeptiert und so noch weitergehenden „Isolationsvorschriften“ vorgebeugt. Manches Mal hatte man sogar den Eindruck, dass sich Menschen trotz der einzuhaltenden räumlichen Distanz menschlich näher kommen als früher …
Zum Schluss der Schritt von der großen weiten Welt in den (Klein)Garten.
Nie war der (Klein)Garten so wichtig wie heute: In vielen Rückmeldungen auf die Verhaltensempfehlungen des Landesverbandes ist die Erkenntnis zwischen den Zeilen zu lesen, wie sehr das kleine grüne private Paradies zur Erhöhung der Lebensqualität besonders in solchen schwierigen Zeiten beiträgt. (Klein)Gartenbesitzer sind hier wirklich eine begünstigte Bevölkerungsgruppe und es sollte alles Mögliche dafür getan werden, um noch mehr Menschen zu einem Garten zu verhelfen.
Dazu zählt nicht nur die Neuausweisung von Kleingartenflächen - ggf. auch durch Umwandlung von in der Pflege teurem Öffentlichem Grün - vor allem in den Ballungsgebieten, sondern es müssen auch die derzeitigen Strukturen über- oder vielleicht auch ganz neu gedacht werden: Kleinere Parzellen, die gemeinschaftliche Nutzung von Parzellen z.B. als Senioren- oder Familiengärten, „offenere“ und zeitlich befristete Pachtformen wie „Schnuppergärten“ zum Testen der eigenen „Garteneignung“ oder als Integrationshilfe, reine „Grabelandflächen“ zum Gemüseanbau und auch eine verstärkte Kooperation der Vereine mit Kindergärten und (Grund)Schulen für eine bessere Naturerziehung und eine „freizeitgärtnerische Grundausbildung“.
Interessante Vorschläge für die Anpassung des Kleingartenwesens an die sich (positiv!) verändernden Anforderungen vermittelt auch die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) im Jahr 2019 erarbeitete Studie „Kleingärten im Wandel – Innovationen für verdichtete Räume“, deren Kernaussagen im letzten Fachberater des BDG zusammengefasst wurden. Manches hier Vorgeschlagene wird aufgrund des hohen Verwaltungsaufwandes nicht ohne Anpassungen in ehrenamtlich geführten Vereinen umsetzbar sein, aber die grundsätzliche Bedeutung des Kleingartenwesens wird anerkannt und begründet.
Und das sollte uns Mut machen, aus unserer derzeitigen vorwiegend auf „Bestandsschutz“ konzentrierten Defensive auszubrechen und selbst gestaltend die neuen Herausforderungen anzunehmen, bevor uns andere den Weg vorgeben.
Die meisten Krankheiten sind gleichzeitig auch Indikatoren: Sie weisen auf Fehler oder Schwachstellen hin und fordern zum Lernen und Umdenken auf.
Wenn wir es versäumen, die uns vom COVID-19-Virus aufgegebenen „Hausaufgaben“ zu machen, könnte uns schon der nächste Krankheitserreger noch vor weitaus größere, im schlimmsten Falle vielleicht sogar existentielle Probleme stellen.
Und wenn manche Politiker jetzt einen schnelles Zurück zur „Normalität“ fordern, also in den „alten Trott“, dann zeigt das doch, dass sie nichts gelernt haben.
Natürlich müssen wir wieder zurück in eine Normalität, die aber hoffentlich etwas anders wird als vor der Corona-Krise, nämlich menschlicher, naturbewusster und verantwortungsbetonter.
Dann hätte uns dieser Krankheitserreger wenigstens nicht nur Leid und Einschränkungen gebracht.

Harald Schäfer
Landesfachberatung

Freie und unabhängige Referenten die von unseren Bezirken und Vereinen  engagiert werden können: Liste zur Ansicht

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Messen / Pflanzmärkte/ Veranstaltungen

ist das Motto der Fachberatung des Landesverbandes, wenn sie bei den jährlich stattfindenden Fachberaterereignissen zur Erkundung gartenbaulicher Besonderheiten mit Vorbildcharakter einladen.

Beim Fachberatertag am 29. Juni besuchten die Gartenfreunde am Vormittag den Lehr- und Versuchsgarten Tachenhausen in Oberboihingen, eine wissenschaftliche Einrichtung der nahe gelegenen Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und zugleich Schaugarten für Studierende und Besucher. In der Praxis treffen hier in den Beetanlagen die Themenbereiche Pflanzensortimente, Pflanzenverwendung und Elemente der Freiraumplanung aufeinander. Angefangen von den Gehölzen über die Halbsträucher und Stauden bis zu den Sommerblumen werden hier einzelne Pflanzen, neue Sorten und Pflanzengemeinschaften auf "Herz und Nieren" überprüft. Eine Besichtigung verbunden mit einer Führung durch die Anlagen ist für jeden interessierten Gartenfreund ein lehrreiches Highlight. Standortschulung, Empfehlungen, Pflegetipps und Hinweise vom geschulten Auge insbesondere auf Einflüsse des Klimawandels sind gepaart mit Erkenntnissen über "was im Garten geht ... oder nicht".

Der Nachmittag erwartete uns im Privatgarten von Herbert Müller in Bissingen Teck mit der Besonderheit, dass es hier fast ausschließlich im Freiland kultivierte frostharte Exoten zu bestaunen gab. Der kundige Blick unserer Teilnehmer erfasste schnell, dass hier nicht einfach gepflanzt wurde: Boden- und Oberflächenvorbereitung, die geschickte für die jeweilig verwendete Pflanzenart richtige Nutzung der vier Hausseiten und ihr Einfluss auf Luftbewegung und Wärmehaushalt. Wir trafen auf Kiwi, Passionsblume, Bitterzitrone, Maulbeerbaum, Indianerbanane, Blaugurkenwein (Akebie), Erdbeerbaum, Pekannuss, Kaki, Lotuspflaume, Dattelpflaume, Essbare Ölweide, Wollmispel, verschiedene Feigen, Biricoccolo (Schwarze Aprikose), Essmandel, Chinesische Pflaume, Granatapfel, Fünf-Geschmacksfrucht, Chinesische Dattel, Seidenbaum und weitere Exoten insbesondere im Wintergarten. Der Nachmittag verlief über mehrere Stunden zwischen Kulturpflanzen und Tischgarnituren mit Pflanzenpräsentationen und Fachsimpelei. So mancher der teilnehmenden Fachberater verabschiedete sich später mit den Gedanken: "dies oder jenes könnte ich doch mal ausprobieren".

Freitag/Samstag, 2./3. August, waren die Fachberater unterwegs im Frankfurter Palmengarten und im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Bei Besichtigungen von Parkanlagen sollte man sich stets im Klaren sein, dass Momentaufnahmen der Gegenwart einzusehen sind. Da wir in der Zeit des Hochsommers zu Besuch waren, standen uns vor allem die Lebensbereiche der Präriestauden in ihrem Glanze zur Verfügung. Hinzu kamen Beispiele saisonaler Pracht- und Beetstauden sowie Kübelpflanzenkulturen (Canna, Staudenhibiskus) und Teichpflanzen (Seerosen, Lotus). Gerade im Palmengarten überzeugte die Gartenfreunde eine Sonderausstellung über Citruskulturen, die weite Facetten in Kultur und Verwendung bildreich behandelte. In Weinheim genossen die Teilnehmer eine rundum professionelle Führung. Neben der Benennung der zahlreichen sich als Blickfang zeigenden Gewächse gab es viele Hinweise über Kultur und Pflege einzelner Arten sowie Entscheidungshilfen bezüglich der Beetgemeinschaften.

Die Anmeldung zur Teilnahme an Fachberatertag und -lehrfahrt der Landesfachberatung erfolgt in Abstimmung mit dem dazu gehörigen Bezirksverband, da es einen Teilnahmeschlüssel bezüglich der Größe der Bezirksverbände zu berücksichtigen gilt. Die Teilnehmer sind bei Anfrage aus dem Kreis der aktiven Vereinsfachberater zu erwählen

Fachberatung