Sehr geehrte Kleingärtner, Siedler und Eigenheimer, liebe Gartenfreunde

Aus aktuellem Anlass:

  • Info-Portal Baden-Württemberg
     
  • Corona-Virus und Vereinsgeschäfte
    zwar konnten viele Mitgliederversammlungen bis Anfang März schon durchgeführt werden, seit 17. März sind sie wegen des in der Corona-Verordnung der Landesregierung enthaltenen Versammlungsverbotes aber nicht mehr möglich.
    Die in den Funktionärsseiten unter "Aktuelles" zum Herunterladen eingestellte Ausarbeitung "Corona-Virus und Vereinsgeschäfte" unseres Vertrauensanwaltes Ralf Bernd Herden gibt Hinweise, wie verfahren werden soll, wenn eine Mitgliederversammlung verschoben werden muss und deshalb auch eigentlich erforderliche Neuwahlen nicht durchgeführt werden können.

Politik belohnt Einsicht der Bürger - der Weg in den Garten bleibt erlaubt (Text zum Herunterladen)

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

das  nach  den  eindrücklichen  Appellen  nun  doch  der  Situation  angepasste  Verhalten  der Bevölkerung am Wochenende hat der Politik eine maßvolle und in die persönliche Freiheit nicht unangemessen eingreifende Verschärfung der „Kontaktbeschränkungen“ erlaubt.

Damit sind unsere Kleingartenpächter bis auf Weiteres ihrer größte Sorge enthoben, nämlich dass sie ihren Kleingarten nicht mehr besuchen und bewirtschaften dürfen. Allerdings gelten auch hier  uneingeschränkt  die  allgemeinen  Vorgaben für den „Öffentlichen Raum“:

  • Der Weg  in  den  Garten,  der  Aufenthalt  in  der  Kleingartenanlage und  auf  den Parzellen darf  alleine,  mit  den  Familienmitgliedern  (ausschließlich  denen,  die  in  demselben Haushalt  leben)  oder  mit  höchstens  einer  weiteren  Person  erfolgen, d.h.  es dürfen sich nicht mehr als 2 Personen, die nicht „unter einem Dach leben“, beieinander aufhalten. Bitte  achten  Sie  auch  unbedingt  und  aufmerksam  darauf,  dass  Ihre  Kinder  auf  der eigenen  Parzelle  bleiben,  weil  Kinder  und  Jugendliche  wohl  nicht  mit  erkennbaren Symptomen  erkranken,  aber die  Viren  übertragen können.  Wir müssen  uns  gegenseitig schützen!
     
  • Gegenüber  weiteren  Personen  muss  ein  „Sicherheitsabstand“  von  mindestens  1,50  m eingehalten  werden,  das  gilt  auch  beim  Schwätzchen  mit  dem  Nachbarpächter.  Zwei Meter sind sicherer und tun niemandem weh!
     
  • Spielplätze  auf  Gemeinschaftsflächen  sind  vom  Verein  unverzichtbar  zu  sperren  und dürfen nicht benutzt werden.
     
  • Auch Gemeinschaftsarbeit in Gruppen ist damit untersagt, für absolut unaufschiebbare  (!) Arbeiten  z.B.  zur  Wiederinbetriebnahme  der  Wasserversorgung  hat  der  Vorstand  bzw. Obmann die Möglichkeit, dem Wasserwart oder den Pächtern z.B. per e-mail oder Telefon bestimmte Aufgaben ausschließlich in Einzelarbeit (!) zuzuweisen. Allerdings  muss  unbedingt  darauf  geachtet  und  die  beauftragten  Personen  müssen ausdrücklich  und  eindeutig  darauf  hingewiesen  werden,  dass  jeder  wirklich  alleine arbeiten muss! Statt fruchtloser Diskussionen geht es um Schutz und Sicherheit für alle.
     
  • Vereinsheime  sind  ausnahmslos  und  absolut  geschlossen  zu  halten.  Bei  verpachteten Vereinsheimen  ist  der  Pächter  für  die  Einhaltung  der  gesetzlichen  Vorschriften verantwortlich.
     
  • Auch  Gemeinschaftstoiletten  ganz  gleich  welcher  Bauausführung  sind  aufgrund  der gegebenen Corona-Ansteckungsmöglichkeit über fäkale Schmierinfektionen ausnahmslos zu schließen, um den Verein aus der Verantwortung zu nehmen.
     
  • In  jedem  Fall  haben  die  jeweils  aktuellsten  behördlichen  Anordnungen ausnahmslos Vorrang und sind immer zu beachten!
     
  • Information  ist  Ehrensache:  Verfolgen  Sie  die  Nachrichten  und  die  Meldungen  in den  Medien  aufmerksam  und  sorgfältig.  Handeln  Sie  nach  den  gegebenen Anweisungen und Informationen.

Danken wir unseren Politikern für den Vertrauensvorschuss, den sie uns mit im Vergleich zu anderen  Ländern  wie  Spanien  mit  seiner  sehr  weitreichenden  Ausgangssperre  durch  die maßvollen, aber unverzichtbaren Einschränkungen der Bewegungsfreiheit entgegengebracht haben, indem wir uns an die Bestimmungen halten!

Und  sind  wir  als  Kleingärtner  oder  Hausgartenbesitzer  dankbar  für  das  Privileg,  uns  im eigenen Garten aufhalten und den Frühling, die Natur genießen zu dürfen. Vielleicht denken wir ja auch später daran, wenn es wieder darum geht, für den Verein, dem wir  als  Kleingärtner  das  alles  zu  verdanken  haben  oder  der  uns  als  Hausgärtner  mit Informationen  die  Gartenpflege  erleichtert,  Aufgaben  zu  übernehmen,  sei  es  als Funktionsträger oder wenn helfende Hände gefragt sind. Führt diese Krise zu einer Neubesinnung auf die Werte der Gemeinschaft und die Bedeutung des gemeinsamen Handelns,  wäre dies bei allen Sorgen, Nöten und Belastungen ein Schritt in die richtige Richtung!

Bitte halten Sie sich  unbedingt  an die Vorgaben, genießen Sie  mit Freude Ihren Garten und tun Sie alles, um die eigene Gesundheit und die Ihrer Mitmenschen zu schützen!


Klaus Otto                                        RA Ralf Bernd Herden
 Präsident                                           Vertrauensanwalt

 

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Neue Gefahr für die Kleingärten

Nachdem unsere Großstädte durch unveränderten Zuzug von meist jüngeren arbeitssuchenden Menschen aus "strukturschwachen" Gebieten aus allen Nähten platzen und in den Pendlerströmen ersticken, wird von und in der Presse in besorgniserregender Weise die Forderung zur Umwandlung von Kleingartenanlagen in Baugebiete erhoben. Und dies teilweise mit der perfiden Behauptung, dass Kleingartenpächter quasi als Sozialschmarotzer ihren Garten auf Kosten der verzweifelten Wohnungssuchenden genießen.

Auf der diesjährigen BUGA in Heilbronn wurden von der sich christlich-sozial präsentierenden Aufbaugilde Heilbronn GmbH Unterschriften für eine Petition gesammelt, die das Ziel hat, das vom Bundeskleingartengesetz (BKleingG) verbotene Wohnen in Kleingartenanlagen zuzulassen (https://www.aufbaugilde.de/ - http://www.wohnenspenden.de/) und dabei interessanterweise dazu passend gleich Werbung für die "Kleinsthäuser" eines Hohenloher Herstellers gemacht. Für uns unverständlich hat sich unser ehemaliger Bezirksverband Heilbronn gleich nebenan auf demselben Ausstellungsbeitrag präsentiert und damit dem Kleingartenwesen einen wahren "Bärendienst" erwiesen.

Denn jede "Modernisierung" des BKleingG hätte in der derzeitigen Situation zur Folge, dass dieses die Kleingärtner in hohem Maße (u.a. lebenslange Pachtverträge, Pachtpreisbegrenzung) schützende Bollwerk von den in Berlin nur so wimmelnden Lobbyisten der Bauwirtschaft, Grundbesitzerverbände und andere Gruppen, denen das BKleingG schon lange ein Dorn im Auge ist, sturmreif geschossen und damit seine jahrzehntelang bewährte Schutzfunktion verlieren würde.

Aus diesem Grunde hat unser Landesverband für alle Interessierte zum Verständnis und als Argumentationshilfe für unsere Mitglieder gegenüber Angriffen gegen das bestehende Kleingartenwesen eine Stellungnahme verfasst, die den gesamtgesellschaftlichen Wert von Kleingartenanlagen als Grünflächen wie auch die Leistungen unserer Kleingärtner für die Allgemeinheit wiederspiegelt und den bestehenden rechtlichen Ist-Zustand begründet.

Zum Herunterladen:  Stellungsnahme: Kleingärten - Zukunftssicherung für alle ...

ist das Motto der Fachberatung des Landesverbandes, wenn sie bei den jährlich stattfindenden Fachberaterereignissen zur Erkundung gartenbaulicher Besonderheiten mit Vorbildcharakter einladen.

Beim Fachberatertag am 29. Juni besuchten die Gartenfreunde am Vormittag den Lehr- und Versuchsgarten Tachenhausen in Oberboihingen, eine wissenschaftliche Einrichtung der nahe gelegenen Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und zugleich Schaugarten für Studierende und Besucher. In der Praxis treffen hier in den Beetanlagen die Themenbereiche Pflanzensortimente, Pflanzenverwendung und Elemente der Freiraumplanung aufeinander. Angefangen von den Gehölzen über die Halbsträucher und Stauden bis zu den Sommerblumen werden hier einzelne Pflanzen, neue Sorten und Pflanzengemeinschaften auf "Herz und Nieren" überprüft. Eine Besichtigung verbunden mit einer Führung durch die Anlagen ist für jeden interessierten Gartenfreund ein lehrreiches Highlight. Standortschulung, Empfehlungen, Pflegetipps und Hinweise vom geschulten Auge insbesondere auf Einflüsse des Klimawandels sind gepaart mit Erkenntnissen über "was im Garten geht ... oder nicht".

Der Nachmittag erwartete uns im Privatgarten von Herbert Müller in Bissingen Teck mit der Besonderheit, dass es hier fast ausschließlich im Freiland kultivierte frostharte Exoten zu bestaunen gab. Der kundige Blick unserer Teilnehmer erfasste schnell, dass hier nicht einfach gepflanzt wurde: Boden- und Oberflächenvorbereitung, die geschickte für die jeweilig verwendete Pflanzenart richtige Nutzung der vier Hausseiten und ihr Einfluss auf Luftbewegung und Wärmehaushalt. Wir trafen auf Kiwi, Passionsblume, Bitterzitrone, Maulbeerbaum, Indianerbanane, Blaugurkenwein (Akebie), Erdbeerbaum, Pekannuss, Kaki, Lotuspflaume, Dattelpflaume, Essbare Ölweide, Wollmispel, verschiedene Feigen, Biricoccolo (Schwarze Aprikose), Essmandel, Chinesische Pflaume, Granatapfel, Fünf-Geschmacksfrucht, Chinesische Dattel, Seidenbaum und weitere Exoten insbesondere im Wintergarten. Der Nachmittag verlief über mehrere Stunden zwischen Kulturpflanzen und Tischgarnituren mit Pflanzenpräsentationen und Fachsimpelei. So mancher der teilnehmenden Fachberater verabschiedete sich später mit den Gedanken: "dies oder jenes könnte ich doch mal ausprobieren".

Freitag/Samstag, 2./3. August, waren die Fachberater unterwegs im Frankfurter Palmengarten und im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Bei Besichtigungen von Parkanlagen sollte man sich stets im Klaren sein, dass Momentaufnahmen der Gegenwart einzusehen sind. Da wir in der Zeit des Hochsommers zu Besuch waren, standen uns vor allem die Lebensbereiche der Präriestauden in ihrem Glanze zur Verfügung. Hinzu kamen Beispiele saisonaler Pracht- und Beetstauden sowie Kübelpflanzenkulturen (Canna, Staudenhibiskus) und Teichpflanzen (Seerosen, Lotus). Gerade im Palmengarten überzeugte die Gartenfreunde eine Sonderausstellung über Citruskulturen, die weite Facetten in Kultur und Verwendung bildreich behandelte. In Weinheim genossen die Teilnehmer eine rundum professionelle Führung. Neben der Benennung der zahlreichen sich als Blickfang zeigenden Gewächse gab es viele Hinweise über Kultur und Pflege einzelner Arten sowie Entscheidungshilfen bezüglich der Beetgemeinschaften.

Die Anmeldung zur Teilnahme an Fachberatertag und -lehrfahrt der Landesfachberatung erfolgt in Abstimmung mit dem dazu gehörigen Bezirksverband, da es einen Teilnahmeschlüssel bezüglich der Größe der Bezirksverbände zu berücksichtigen gilt. Die Teilnehmer sind bei Anfrage aus dem Kreis der aktiven Vereinsfachberater zu erwählen

Fachberatung